| Projektmitarbeitende |
Stefan
Philippi, wiss. Assistent, Universität Basel
Leo Gärtner, Leiter Qualitätsmanagement,
IWB
Henri Gassler, Personalchef, Endress+Hauser
Flowtec
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Unternehmen stehen in einer Informations-
und Mediengesellschaft zunehmend vor dem Problem, ihr unternehmerisches
Handeln öffentlich
legitimieren zu müssen. Dass
sie dies erkannt und bereits weitgehend in ihrer Strategie
berücksichtigt haben, zeigt insbesondere die Professionalisierung
der Unternehmenskommunikation im Sinne eines Instruments,
das - unter systematischer Einbindung der Stakeholder eines
Unternehmens - die Leistungen desselben gegenüber der Öffentlichkeit
kommuniziert und damit einen wesentlichen Anteil am Legitimationsprozess
hat.
Eine der bekannten und weitgehend
formalisierten Formen der öffentlichen Legitimation sind die betriebliche
Umweltberichterstattung sowie die - wesentlich seltener durchgeführte
- Sozialberichterstattung. Sie spiegeln seine Einsicht in
veränderte
gesellschaftliche Ansprüche und Bedürfnisse und
stellen sich mit ihrem Verhalten der (unternehmens-)öffentlichen
Diskussion. Dabei bleiben sie jedoch nicht selten isoliert,
werden also m.a.W. seitens der Unternehmen nicht als integraler
Bestandteil der Gesamtberichterstattung eines Unternehmens
begriffen, die sowohl ökonomische als auch ökologische
und soziale Aspekte beinhaltet. Entsprechend wurde eine derart
umfassende "Nachhaltigkeitsberichterstattung" bislang
weltweit nur vereinzelt realisiert.
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung
(Sustainability Reporting) kann sowohl als ein eigenständiges
Instruments als auch als Ergebnis eines unternehmensinternen
Prozesses
einer
Umstellung der Managementsysteme hin zu einer nachhaltigen
Unternehmensführung betrachtet werden. Gerade diese
Form der öffentlichkeitswirksamen
schriftlichen Dokumentation bedarf
besonderer Aufmerksamkeit. Denn setzt ein Unternehmen erst
einmal auf diese Strategie, kann es nicht ohne weiteres von
ihr wieder abweichen: Indem es sich öffentlich zu einem
bestimmten Typus des unternehmerischen Handelns bekennnt
und sein derart verändertes Handeln durch Daten und
Fakten belegt, verpflichtet es sich zu einem langfristigen
Strategiewechsel, der u.U. paradoxe Effekte haben kann (stärkere
Abhängigkeit von politischen Vorgaben, die ökonomisch
nicht, oder nur langfristig, vorteilhaft sind). Darüber
hinaus unterliegt dieser Schritt einem eigenen Wettbewerbsdruck.
Nicht nur steigen die Anforderungen von seiten der Kunden/Adressaten
von Jahr zu Jahr, auch die Wettbewerber forcieren Zug um
Zug diese Form des Unternehmensumbaus und der entsprechenden
Unternehmensdarstellung. Unsere These lautet daher: Die Integration
von Nachhaltigkeit in das Wirtschaften und die Kommunikation
von Unternehmen wird zunehmend unabdingbar, bedarf jedoch
sorgfältiger Übersetzungsleistungen, um für
das Unternehmen 'nachhaltig' ökonomisch vorteilhaft
zu sein, d.h. kurzfristig umsetzbar und dauerhaft unter Bedingungen
von Wettbewerb erfüllbar zu sein.
Das Projekt setzt sich daher die
Aufgabe, den Kontext für die Entwicklung und breite Einführung
einer integrierten Nachhaltigkeitsberichterstattungen ausführlich
darzulegen und vor diesem Hintergrund den bisherigen Umgang
von Unternehmen mit dem Konzept der Nachhaltigkeit sowie
(soweit vorhanden) mit dem Instrument von Reports, die zur
Nachhaltigkeit in irgendeiner Weise Stellung nehmen, nachzuzeichnen.
Beides liefert sowohl Überblicksinformation als auch
Hinweise auf unternehmensspezifische Kriterien für den
Einbezug von Nachhaltigkeit in ihr Wirtschaften und in ihre
unternehmensinterne und -externe Kommunikation. Im Hinblick
auf die Forschung wird dies als Fall von Wissenstransfer
resp. Wissenstransformation sowie als Fall von Implementation
im Modus partizipatorischer Technikforgenabschätzung
analysiert. Im Hinblick auf die Anwendung wird hier die interaktive
Entwicklung und Einführung eines Instruments zur integrierten
Nachhaltigkeitsberichterstattung zum Gegenstand gemacht.
'Interaktiv' ist dabei die Forschung nicht nur, weil deren
Ergebnisse teils zusammen mit den zukünftigen Anwendern
entwickelt und eingeführt werden, sondern auch, weil
bereits die vorauslaufenden Forschungen mit einem transdisziplinären
Forschungsteam bestehend aus Soziologen, einem Kommunikations-
und Marketingwissenschaftler sowie zwei Vertretern von Unternehmen
(einem Qualitätsleiter und einem Personalchef) gemeinschaftlich
durchgeführt werden. |