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Hintergrund
Attraktive Innenstädte übernehmen wichtige Funktionen
als Kern städtischen Lebens, sozialer Treffpunkt, Erlebnis-
und Freizeitraum, Anziehungs- und Orientierungspunkt im Fremdenverkehr
und Versorgungszentrum. Dominierendes Element der City ist
der Detailhandel. Entsprechend ist die aktuelle Innenstadtentwicklung
eng mit den Entwicklungen im Detailhandel gekoppelt. Allgemeinen
Entwicklungstendenzen im Detailhandel, die mit den Schlagwörtern "Textilisierung" (Funktionsentmischung), "Filialisierung" (Uniformität)
und "Einkaufen auf der Grünen Wiese" umrissen
werden können, führen zu Attraktivitäts- und
Funktionsverlusten und letztendlich zu einer Verödung
der Innenstädte.
Problemstellung
Ähnliche Entwicklungen, gekoppelt mit demographischen, ökonomischen
und stadtstrukturellen Veränderungen, die sich nachhaltig
auf das Einkaufsverhalten, die Kaufkraftströme und die
Einkaufsstandorte auswirken, sind auch in der Innenstadt
Basels zu beobachten. Um nachteiligen Prozessen entgegenzuwirken,
zählt es daher zu den vordringlichen Forschungsaufgaben,
die für die zukünftige Entwicklung der Basler Innenstadt
bestimmenden Faktoren sowie Massnahmen zur Erhaltung bzw.
Steigerung ihrer Attraktivität und Funktionsfähigkeit
zu ermitteln.
Ziele
Das Baudepartement des Kantons Basel-Stadt hat dies erkannt
und plant daher einen integralen Aufwertungsprozess der
Innenstadt einzuleiten. Im Vorfeld sollen die bisherigen
und aktuellen Entwicklungen sowie die zukünftigen
Perspektiven des innerstädtischen Detailhandels in
Basel untersucht werden. Ziel ist es anhand mehrerer zeitlicher
Querschnitte (1975, 2001, 2005) Persistenz und Wandel in
Struktur und Funktion der Basler Innenstadt zu erfassen
und zu analysieren. Daraus sollen i. S. einer nachhaltigen
Stadtentwicklung mögliche Entwicklungstendenzen und
Aufwertungs-massnahmen abgeleitet werden.
Erwartete Ergebnisse
Im Mittelpunkt steht dabei die Kartierung der Erdgeschossnutzung
(horizontale Nutzungsstruktur) der innerstädtischen
Geschäftsstrassen. Basis bildet die Entwicklung eines
Kartierungstools zur Erfassung der Detailhandels- und Dienstleistungsstruktur.
Als primärstatistisches Erhebungsverfahren ermöglicht
die Kartierung auf der Grundlage von Nutzungseinheiten
(ein Einzelhandels- bzw. Dienstleistungsbetrieb entspricht
einer Nutzungseinheit) qualitativ erhobene Merkmale zu
quantifizieren. Verschiedene zeitliche Querschnitte im
Vergleich lassen Rückschlüsse auf lang- und kurzfristige
Veränderungen in Struktur und Funktion der Innenstadt
sowie mögliche Entwicklungstendenzen zu. Aus dem Nutzungswandel
bzw. der Nutzungspersistenz, dem Branchenmix, den Leitbranchen,
dem Filialisierungsgrad, der Bedienungsorganisation, dem
Preisniveau und der Physiognomie der Geschäftsstrassen
lassen sich Rückschlüsse auf die Attraktivität
der Innenstadt und ihre zukünftige Entwicklung ziehen.
Hieraus können wichtige Entwicklungsfaktoren identifiziert
und attraktivitätsstabilisierende oder zu ergreifende
Massnahmen gegen Funktionsverlust und Verödung der
Innenstadt abgeleitet werden.
Nutzen
Insgesamt sollen der Wirtschaft und der Stadtentwicklungsplanung
damit objektive/quantitative Beurteilungsgrundlagen für
die aktuell anstehenden Entscheidungen und zur weiteren
Prozesssteuerung geliefert werden. Durch die Umsetzung
der Kartierungen in Tabellen und Graphiken werden dem Baudepartement
zudem leicht zu handhabende Argumentations- und Planungsgrundlagen
zur Verfügung gestellt.
Die Ergebnisse sind nicht nur
für das Baudepartement,
sondern im Sinne des integralen Prozesses auch für alle
direkt (Standort in der Innenstadt) und indirekt beteiligten
Wirtschaftspartner und in- und auswärtige Konsumenten
von Relevanz. So ist die Attraktivität der Innenstadt
z.B. für die Wohnbevölkerung (Attraktivität
Basels als Wohnort, Innenstadt als sozialer Treffpunkt, Begegnungszonen),
aber auch für den Tourismus ein wichtiger (Wirtschafts-)Faktor.
Das Projekt ist von praktischem
Nutzen, da das Kartierungstool leicht zu handhaben und
zielorientiert einzusetzen ist. Im
Sinne des New Public Managements kann es in regelmässigen
Abständen als Kontroll- und Evaluationsinstrument der
Stadtentwicklungsplanung eingesetzt werden. Erfolge eingeleiteter
Massnahmen, Strategien, Projekte und Zielvorgaben können
so stets überprüft und flexibel angepasst werden.
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