Die besten Geschäftsberichte der Schweiz - Pressestimmen

Die "Schweizerische Handelszeitung" schreibt am 24. August 2008:

Die Schweizerische Post hat in diesem Jahr den besten Geschäftsbericht veröffentlicht, wie eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz zeigt. Die Post erhielt in der Beurteilung 288 von 317 möglichen Punkten.
Die Schweizerische Post wird damit als einziges Unternehmen mit einem «Triple-A-Rating» ausgezeichnet, wie die Fachhochschule Nordwestschweiz am Mittwoch mitteilte. Im vergangenen Jahr lag die Post auf dem 6. Rang, ein Jahr zuvor sogar erst auf dem 19. Rang.
Der Marsch an die Spitze ist einer systematischen und gezielten Verbesserung des Reportings zu verdanken, wie es in der Mitteilung weiter heisst.
Den 2. Rang belegt der Schaffhauser Industriekonzern Georg Fischer mit 285 Punkten. Auf dem dritten Rang folgt der Zementkonzern Holcim mit 278 Punkten.
Das St. Galler Sanitärtechnik-Unternehmen Geberit schob sich vom 19. auf den 4. Rang (277 Punkte). Der Bergbau-Konzern Xstrata dagegen fiel vom 1. auf den 5. Rang zurück (274 Punkte).
Zu den Verlierern gehören im Weiteren ABB, Roche, Migros und Credit Suisse. Deutlich verbessern konnten sich Sulzer, die Bank Sarasin und die Bank Coop.
Das Team der Fachhochschule Nordwestschweiz untersucht seit 2002 jährlich die Geschäftsberichterstattung der 250 grössten Schweizer Unternehmen sowie einiger ausgewählter kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU).
In der diesjährigen Untersuchung verblieben nach einem mehrstufigen Verfahren 41 Unternehmen, deren Berichterstattung detailliert analysiert wurde. Am schlechtesten schnitten dabei die Kleiderkette Charles Vögele (127 Punkte), der Textilmaschinen-Hersteller und Autozulieferer Rieter (102 Punkte) sowie der Luzerner Klebstoffproduzent Collano (53 Punkte) ab.
Die Studie umfasst ökonomische wie auch soziale und ökologische Aspekte der Unternehmensführung und misst deren Transparenz einen hohen Wert bei. Inhaltlich orientiert sie sich am internationalen Nachhaltigkeitsstandard der Global Reporting Initiative (GRI).

 

Die Nachrichtenagentur "Associated Press" meldete am 25. August 2008:

Die Post hat laut Marketingexperten den besten Geschäftsbericht des Jahres 2008 erstellt. Die Ränge zwei und drei eroberten die Unternehmen Georg Fischer und Holcim, wie die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) am Mittwoch mitteilte. Ein Team um den Marketing-Professor Claus-Heinrich Daub untersucht seit 2002 jährlich die Geschäftsberichterstattung der 250 grössten Schweizer Unternehmen sowie von einigen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Besonders der Transparenz wird dabei viel Wert beigemessen. Der bislang in drei Jahren hintereinander erstplatzierte Bergbaukonzern Xstrata fiel dieses Jahr auf Rang fünf zurück. Deutlich steigerten sich innerhalb der Top 20 Sulzer, die Bank Sarasin und die Bank Coop. Hingegen lieferten ABB, Roche, Migros und die Credit Suisse schlechtere Berichte als in den Vorjahren ab.

 

Die "Basler Zeitung" berichtet in ihrer Ausgabe vom 25. August 2008:

Die Schweizerische Post hat in diesem Jahr den besten Geschäftsbericht veröffentlicht wie eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz zeigt. Die Schweizerische Post wird damit als einziges Unternehmen mit einem Triple A Rating ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr lag die Post auf dem 6. Rang ein Jahr zuvor sogar erst auf dem 19. Rang. Den zweiten Rang belegt der Schaffhauser
Industriekonzern Georg Fischer. Auf dem dritten Rang folgt der Zementkonzern Holcim
.

 

Die Zeitung "Le Temps" kommentiert in ihrer Ausgabe vom 25. August 2008:

La Poste suisse a publié cette année le meilleur des rapports annuels parmi les grandes sociétés helvétiques selon un classe ment établi par la Haute Ecole spécialisée de la Suisse du Nord Ouest. Le géantjaune a obtenu 288 points sur un total possible de 317. La deuxième place revient au groupe industriel Georg Fischer avec 285 points. La troisième position est occupée par le cimentier Holcim (278). Suivent le spécialiste des techniques sanitaires Geberit 277 et le groupe minier Xstrata (274).

 

Die Zeitung "La Regione Ticino " schreibt in ihrer Ausgabe vom 25. August 2008:

La Posta l'azienda che quest'anno ha pubblicato ii miglior rapporto di esercizio, seguita dal gruppo industriale Georg Fischer e dal colosso mondiale del cemento Holcim. Secondo la classifica stilata dalla Scuola universitaria professionale della Svizzera norcloccidentale, II gigante giallo ii solo a ottenere una valutazione di tripla A. La Posta raccoglie 288 dei 317 punti possibili. Le due aziende che la talionano ne realizzano rispettivamente 285 e 278. Nel 2007 La Posta era al sesto rango e un anno prima al diciannovesimo. La sangallese Geberit, leader europeo nelle tecniche sanitarie, passa dal diciannovesimo al quarto posto, con 277 punti. Ii gruppo minerario zurighese Xstrata, con 274 punti, scivola invece dal primo al quinto rango della ciassifica. Piazzamento in calo anche per Abb (cjal 2. al 7., 269 punti), Roche (dal 3. al 15., 238), Migros (dal 4. al 16., 231) e Credit Suisse (dal 9. al 20, 220). La Sup con sedi nei cantoni di Argovia, Basilea Cittä, Basilea Campagna e Soletta
dal 2002 analizza le relazioni annuali di 250 grandi aziende elvetiche. La valutazione si orienta sugli standard internazionale della Global reporting initiative (Gri) i quali considerano aspetti economici, ecologici e dä grande valore alla trasparenza.

 

Das Wirtschaftsmagazin Bilanz schreibt in seiner Ausgabe 21/2005, S. 20, zu dem Projekt (Auszug):

Eigentlich sollte jede Firma stolz darauf sein, was sie für die Umwelt und die Gesellschaft tut. Doch nicht alle vermögen ihre Leistungen ins rechte Licht zu rücken. Am besten in der Schweiz tut dies der Minenkonzern Xstrata. Das sagt Professor Claus-Heinrich Daub, der mit einem Team von acht Wissenschaftlern am Institute for Sustainable Management (IfSM) an der Fachhochschule Nordwestschweiz zum dritten Mal die Nachhaltigkeitsberichterstattung der 250 grössten Schweizer Konzerne analysierte. Kriterien waren erstens Kontext und Ausrichtung, zweitens Politik, Management und Stakeholder-Beziehungen, drittens Leistungsinformationen, viertens Transparenz und Gesamterscheinungsbild. ABB, seit der ersten Erhebung 2003 an der Spitze, fiel auf Platz 2 zurück. Rang drei teilen sich pikanterweise die Pharmakonzerne Novartis und Roche. Unter den Aufsteigern finden sich Georg Fischer (von Rang 53 auf 11), Swisscom (von 20 auf 8) und ewz (von 27 auf 14). Auch diverse KMU, die unabhängig von ihrer Grösse in die Untersuchung aufgenommen wurden, haben sich stark verbessert, allen voran der Brillenglashersteller Knecht&Müller aus Stein am Rhein (von 48 auf 11). Von Platz 3 auf 26 abgestürzt ist Coop. Der Detailhandelskonzern hatte letztes Jahr noch vorbildlich einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht und beschränkt sich dieses Jahr turnusmässig auf einen integrierten Geschäftsbericht.

Trotzdem ist die Zahl der Nachhaltigkeitsberichte gestiegen, von bereits beträchtlichen 15 auf 18. Parallel dazu kam es bei den traditionellen Umweltberichten zu einem geradezu dramatischen Schwund: ihre Zahl reduzierte sich um zwei Drittel von 15 auf 5. Reine Sozialberichte sind 2005 völlig verschwunden. "Wer künftig noch einen Umwelt- und/oder Sozialbericht publiziert, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt", sagt Daub.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Industrien sind gewaltig. Die beste Branche, Chemie und Pharma, weist eine fast doppelt so gute Berichterstattung auf wie die schlechteste, das Nahrungsmittelsegment. Ein Alarmzeichen für Daub. In einer Zeit, die von steigenden Transparenzforderungen in der Nahrungsmittelbranche geprägt ist - Stichworte: Lebensmittelskandale, Deklarationspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel - wollen die Lebensmittelhersteller offensichtlich weniger kommunizieren. Enttäuschend wie im Vorjahr schneiden auch die Banken ab. Sie messen zwar für die Zusammenstellung ihrer Öko- oder Ethikfonds die Nachhaltigkeitsperformance von Firmen, nehmen daran aber offensichtlich kein Beispiel für sich selbst.

 

Die Fachzeitschrift Marketing&Kommunikation (Ruedi Ulmann) schreibt in ihrer Ausgabe 08/2005:

In der Schweiz existieren seit zwei Jahren zwei aufwändige Bewertungen für Geschäftsberichte: einerseits die traditionelle Bewertung des Wirtschaftsmagazins «Bilanz», andererseits seit 2003 ein Nachhaltigkeits-Rating der Tätigkeitsberichte. Ein Vergleich zeigt: Die Bilanz-Besten sind nicht die Nachhaltigsten. 

Das traditionelle Geschäftsberichts-Rating der «Bilanz» hat 2003 Konkurrenz erhalten durch ein Rating des Instituts für nachhaltiges Management der Fachhochschule Nordwestschweiz. Mit Hilfe eines auf den internationalen Richtlinien der Global Reporting Initiative (www.globalreporting.org) basierenden Bewertungsrasters sowie einer Bewertungsskala (Ratingskala) wurden dabei die gesamten zyklisch wiederkehrenden Berichte (Geschäftsbericht, Umweltbericht, Sozialbericht usw.) von 76 Unternehmen analysiert. Insgesamt wertete das Projektteam 123 Quellen aus.
Untersucht werden alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeitsberichterstattung, also sowohl die ökonomische, die ökologische wie auch die soziale Dimension. Bewertet werden die Berichte anhand von 49 Krtierien, aufgeteilt in vier übergeordnete Kategorien. Dabei werden insgesamt maximal 147 Punkte vergeben. Die Kriterien können über den im Info-Kasten angegebenen Link heruntergeladen werden.
Die zweite Auflage der Nachhaltigkeitsuntersuchung wurde im Mai 2004 mit einem deutlich erweiterten Forschungsgegenstand von 250 Unternehmen gestartet. Insgesamt analysierte das Projektteam von Professor Claus-Heinrich Daub die Berichterstattung von 122 Unternehmen und wertete 248 Quellen aus. Im April 2005 startete der dritte Durchlauf des Projekts; die Ergebnisse werden Mitte Oktober 2005 auf der International Sustainability Conference (www.isc2005.ch) in Basel vorgestellt.

Bilanz ändert System
Die Gestaltungsbewertung ist vom Wirtschaftsmagazin «Bilanz» auf die letzte Ausgabe verändert worden. Anstelle eines Katalogs mit 21 Kriterien bewertete eine neu bestellte Jury mit neun Fachleuten aus führenden Schweizer Kommunikationsagenturen die Geschäftsberichte nach acht Kriterien. Der von Aussenstehenden angezweifelten Unabhängigkeit der neuen Jury trat diese mit der Massnahme entgegen, dass Jury-Mitglieder bei jenen Geschäftsberichten in den Ausstand treten, bei denen ihre Agentur mitgewirkt hat. Zudem sind die Kurzkommentare der Gestaltungsjury zu jedem bewerteten Geschäftsbericht im Internet veröffentlicht worden (Link siehe Infokasten).
Am Value-Reporting, das ein Team des Schweizerischen Bankeninstituts unter der Leitung von Professor Rudolf Volkart durchführt, ist nichts verändert worden. Es werden 35 betriebswirtschaftliche Kriterien bewertet. Analysiert wird auch das Unternehmensreporting im Internet. Und zwar von zwei Fachleuten für neue Medien anhand von fünf medienspezifischen Kriterien sowie vom Team des Bankeninstituts, das die Webauftritte nach den Kriterien des Value-Reportings bewertet.
Die Bilanz-Gesamtwertung setzt sich aus den Einzelnoten für die Gestaltung und das Value-Reporting zusammen. Daneben publiziert die Bilanz aber auch ein Ranking der Schönsten (Gestaltungsbewertung), der Informativsten und der Besten im Internet.

Bilanz- versus Nachhaltigkeits-Rating
Direkt vergleichen lassen sich die beiden Ratings nicht. Eine Gegenüberstellung der zehn topgesetzten Unternehmen in den beiden Ratings zeigt aber klar, dass die Bilanz-Besten noch lange nicht die Nachhaltigsten sind (siehe Kasten «Die 10 Besten 2004»). Einzige Ausnahme ist die Migros, die mit Rang 8 und Rang 7 in beiden Bewertungen fast gleichauf liegt. Novartis dagegen, die Nummer 1 im Bilanz-Rating, liegt beim Nachhaltigkeitsrating auf Platz 11, Swiss Re, die Nummer 2, auf Platz 19 und die Nummer 3, Valora, gar auf Platz 53 in der Nachhaltigkeitsbewertung.
Umgekehrt liegen die Spitzenreiter im Nachhaltigkeits-Rating relativ weit hinten im Bilanz-Rating, nämlich ABB auf Platz 31, Holcim auf Platz 70 und Coop auf Platz 81. In den Top 20 in beiden Ratings sind nur gerade Novartis, Migros, Swisscom, Credit Suisse und die Basellandschaftliche Kantonalbank. Die besten drei Reportings der verschiedenen Kategorien werden nachfolgend detaillierter beschrieben.

Bisweilen etwas trocken
Im Nachhaltigkeits-Rating 2004 liegt ABB wie im Vorjahr auf Platz 1. Die Berichterstattung des Industriekonzerns umfasst neben einem Tätigkeitsbericht mit ausgelagerter Finanzberichterstattung einen «Bericht zur nachhaltigen Entwicklung». Damit gehört ABB bei diesem Rating zu einem von 15 Unternehmen mit einem echten Nachhaltigkeitsbericht. «Die Berichte sind relativ gut lesbar geschrieben, wobei die Texte bisweilen etwas «trocken» wirken», heisst es im Kommentar.
Der Zementkonzern Holcim hatte bereits 2003 einen ersten Nachhaltigkeitsbericht vorgelegt. Dessen Neuauflage bezeichnet das Bewertungsteam als deutlich ausgeweitet und verbessert. Holcim rückte damit von Platz 6 auf Platz 2 vor. Coop (auf Platz 3) legte erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht vor, obwohl das Detailhandelsunternehmen in seinem Geschäftsbericht bereits zahlreiche Angaben zur ökologischen und sozialen Performance integrierte hatte. Alle drei Unternehmen orientieren sich an den Vorgaben der Global-Reporting-Initiative.

Beste, schönste, informativste
Bei den Besten, Schönsten und Informativsten in der Bilanz-Bewertung liegt der gesamtbeste Bericht, jener von Novartis, bei den Informativsten auf Platz 2 und bei den Schönsten auf Platz 14. Der Novartis-Bericht 2003 wurde von Birkhäuser+GBC AG produziert, für Design und Projektmanagement verantwortlich zeichnet die Com.factory, Basel.
Der Bericht von Swiss Re auf Gesamtplatz 2 ist zugleich der informativste, liegt aber unter den Schönsten auf Platz 35. Insgesamt wurden 26000 Exemplare (de/en/fr) von der NZZ Fretz AG auf Magno gedruckt. Für Gestaltung, Konzeption und Corporate Publishing verantwortlich ist Compostella & Perrot, Zollikon.
Der Valora-Geschäftsbericht auf dem 3. Gesamtplatz liegt bei den Schönsten auf dem 1. Platz und bei den Informativsten auf Platz 18. Die 8500 Exemplare (de/en) wurden von der Stämpfli AG auf Munken Lynx gedruckt, Konzept und Gestaltung sind von Hilda Design Matters, Zürich.
Mit Valora den ersten Platz der Schönsten teilen dürfen sich die Berichte von SBB und Axpo. In der Gesamtwertung liegt SBB auf Platz 8 und Axpo auf Platz 34, bei den Informativsten auf Platz 47 (SBB) respektive 146. Konzept und Gestaltung des SBB-Berichtes stammen von külling partner identity, Zürich, gedruckt wurde die Auflage von 10000 Exemplaren (de/fr/it/en) von der W. Gassmann AG auf Munken Lynx. Vom Axpo-Bericht sind 3200 in Deutsch und 1100 in Englisch erschienen, gedruckt von der Neidhart + Schön Group auf Novatech und Munken Lynx, gestaltet von Advico Young & Rubicam.
Noch nicht genannt unter den drei Besten, Schönsten und Informativsten ist der Geschäftsbericht von Roche. Er belegt bei den Informativsten den 3. Platz, liegt in der Gesamtbewertung auf Platz 26 und bei den Schönsten auf Platz 86. Gedruckt wurden die 70000 Exemplare (de/en) von der Birkhäuser+GBC AG auf PhoenixMotion, Design Wirz Corporate / Source Associates, Zürich.

 

Die Zeitung "Der Bund" aus Bern schreibt in seiner Ausgabe vom 30. September 2004 (Auszug):

Nachhaltigkeitsberichte schaffen Transparenz. Und Transparenz schafft Vertrauen. Mit dieser einfachen Formel ist erklärt, warum immer mehr Grossfirmen ihr soziales, ökonomisches und ökologisches Engagement auf Hochglanzpapier veröffentlichen. In der Schweiz sind es vor allem die global tätigen Firmen, welche ihren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung von Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt offen legen. Dagegen vertrauen traditionelle Unternehmen wie Ascom oder Swiss Life noch immer auf den herkömmlichen Geschäftsbericht, der primär finanzielle Aspekte beleuchtet.
Diese Berichte haben gemäss einer Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz Aargau aber bald ausgedient. Spätestens in zehn Jahren würden sie durch Nachhaltigkeitsberichte abgelöst.
Bereits weit fortgeschritten ist der Technologiekonzern ABB. Das Unternehmen belegt gemäss einer Auswertung der Fachhochschule den ersten Platz, dicht gefolgt vom Zementhersteller Holcim. Die Bronzemedaille geht an Coop. Schlecht weg kommen die Banken und Versicherungen.


Lesen Sie einen Artikel zum Projekt 2003 in "Business and the Environment" (Aspen Publishers, Vol. XV, No. 2)
 

Das Magazin "der arbeitsmarkt" schreibt in seiner Ausgabe 10/2003 (Auszug):

Nachhaltiges Wirtschaften von Unternehmen soll die Erde als einmaligen und unersetzlichen Lebensraum erhalten helfen. Und tatsächlich scheint das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in den Unternehmen in den letzten Jahren gestiegen zu sein. Immer mehr Firmen versuchen heute, ihre Geschäfte ökonomisch, ökologisch und sozial verträglich abzuwickeln. Das kommt dem eigenen Image zugute und schlägt sich damit auch auf den Geschäftsgang nieder. Eine Studie1 des Institutes für nachhaltiges Management (IfSM) in Baden ging der Frage nach, wie Firmen über ihre Nachhaltigkeit Auskunft geben. (...)

Aufgrund verschiedener Umweltskandale stand vor allem die Chemie- und Pharmaindustrie seit den siebziger Jahren unter immer grösserem öffentlichen Druck. Die Idee der Nachhaltigkeit ist jedoch erst gegen Ende der Neunziger verstärkt ins Bewusstsein der Unternehmen gedrungen und sie haben begonnen, über ökonomische, ö kologische und soziale Aspekte ihrer Unternehmenstätigkeit zu berichten.
Trotz dieser positiven Entwicklungen musste Daubs Team feststellen, dass 66 Prozent der 123 untersuchten Quellen reine Geschäftsberichte waren, in denen die Angaben bezüglich der ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit entweder unzureichend sind oder ganz fehlen. Eine kleinere Gruppe von Firmenberichten (28 Prozent) enthält immerhin auf fünf oder mehr Seiten Angaben zur Nachhaltigkeit. Nur jedes sechste Unternehmen berichtete relativ ausführlich ü ber alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit. Dem Team Daubs lagen zwölf Umweltberichte, sieben Nachhaltigkeits- und sechs Sozialberichte vor.


 

Die Schweizerische Handelszeitung schreibt in Ihrer Ausgabe Nr. 39 vom 24. September 2003 (Auszug):

Das Forschungsteam der Fachhhochschule Nordwestschweiz hat mangelhafte Angaben vor allem bei Unternehmen festgestellt, die ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung auf den Geschäftsbericht beschränken. Schlecht abgeschnitten haben auch namhafte Unternehmen wie Rentenanstalt, Lindt&Sprüngli oder Raiffeisen.

Während man bei der Schokoladenfirma eher empört über das schlechte Abschneiden reagiert "und auch in Zukunft nichts an die grosse Glocke hängen will", so Sprecherin Sylvia Kälin, sind Raiffeisen-intern zumindest Diskussionen über die künftige Form der Nachhaltigkeitsberichterstattung im Gang.