Gutachten zur integrierten Nachhaltigkeitskommunikation eines Kantons

Projektleiter Prof. Dr. Claus-Heinrich Daub

Kunde
ein Schweizer Kanton (vertraulich)
 
Hintergrund

In seiner „Strategie Nachhaltige Entwicklung“ aus dem Jahr 2008 fordert der Schweizerische Bundesrat Kantone und Gemeinden dezidiert dazu auf, den Gedanken der Nachhaltigkeit als eine „regulative Idee“ möglichst in die ordentlichen Planungs- und Politiksteuerungsprozesse auf allen Stufen zu integrieren. Auf Dauer soll es also nicht (mehr) eine „Nachhaltigkeitspolitik“, eine „Nachhaltigkeitsstrategie“ und spezielle Massnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit geben, sondern es sollen vielmehr die „konventionelle“ Finanzpolitik, die Wirtschaftspolitik, die Sozialpolitik, die Bildungspolitik usw. so ausgestaltet werden, dass sich ein Kanton oder eine Gemeinde insgesamt nachhaltig entwickeln kann.
Dies hat der beratene Kanton erkannt und die Entwicklung einer Strategie eingeleitet, die dezidiert auch als eine „Nachhaltigkeitsstrategie“ verstanden wird. Diese Entscheidung hat naturgemäss auch Auswirkungen auf die Kommunikationsstrategie des Kantons. Konkret stellt sich die Frage, wie eine Kommunikationspolitik ausgestaltet werden soll, die diese Strategie reflektiert. Zur Klärung dieser Frage beauftragte der Kanton den Projektleiter mit der Anfertigung eines Gutachtens.

Gegenstand der Analyse

Im Gutachten wurde nach einer allgemeinen Einführung in die Thematik auf Basis einer Analyse der bisherigen Kommunikationsstrategie des Kantons in Bezug auf Nachhaltigkeit sowie einer theoretisch-konzeptionellen Analyse der Herausforderungen, vor der Kantone heute vor dem Hintergrund der bundesrätlichen Empfehlungen hinsichtlich ihrer Kommunikationsstrategie stehen, dem Regierungsrat die Empfehlung ausgesprochen eine nachhaltige Kommunikationsstrategie zu entwickeln, die eingegliedert werden soll in den derzeit stattfindenden Prozess zur Entwicklung einer (Nachhaltigkeits-)Strategie der Regierung und die sicherstellen soll, dass der Kanton diese Strategie gegenüber allen internen und externen Anspruchsgruppen transparent und glaubwürdig vermitteln kann.

Ergebnisse

Das Gutachten benennt konkrete Erfolgsvoraussetzungen einer nachhaltigen Kommunikationsstrategie, u.a.:
Um längerfristig eine professionelle Kommunikation über die Leistungen der Regierung zur strategischen Steuerung und nachhaltigen Entwicklung des Kantons sicherzustellen, muss die Zuständigkeit für den gesamten Kommunikationsprozess bei einer Stelle liegen, die in der Lage ist, mittelfristig eine „Fusion“ der allgemeinen Kommunikation des Kantons mit der Kommunikation über dessen „Nachhaltigkeitsleistung“ zustande zu bringen.
Für die erfolgreiche Umsetzung der nachhaltigen Kommunikationsstrategie bedarf es einer sorgfältigen Analyse der Zielgruppen, deren Informationsbedürfnisse und ihres Nutzungsverhaltens in Bezug auf die zur Verfügung gestellten Informationen. Dabei können zugleich die Stärken und Schwächen der eigenen kommunikativen Aktivitäten aufgespürt und bearbeitet werden
Eine nachhaltige Kommunikation muss klaren Grundsätzen folgen: Vollständigkeit, Ehrlichkeit, Relevanz, Verständlichkeit und Publikumsgerechtheit

Das Gutachten zeigt über die Erfolgsvoraussetzungen hinaus die wichtigsten Schritte im Prozess der Entwicklung einer nachhaltigen Kommunikationsstrategie auf:
Als „Herzstück“ einer nachhaltigen Kommunikationsstrategie wird die Entwicklung eines Nachhaltigkeitsberichts als ein an die Öffentlichkeit gerichteter Rechenschaftsbericht der kantonalen Regierung empfohlen, in dem deren „allgemeine“ Strategie als eine Nachhaltigkeitsstrategie formuliert wäre und in dem über den Fortgang bei der Umsetzung derselben berichtet würde
In einem Kommunikationskonzept in zwei Phasen für den Nachhaltigkeitsbericht (Phase 1) und die gesamte Nachhaltigkeitskommunikation (Phase 2) müssten alle Fragen der Schnittstellen zu Planungsinstrumenten und Berichtswesen, der Zielgruppen der Berichterstattung, der Indikatoren zur Messung der nachhaltigen Entwicklung, der Periodizität der Berichterstattung, der Inhalte, Struktur und Umfang des Berichts sowie der genutzten Kommunikationskanäle erörtert und geklärt werden. Zudem muss erläutern werden, wie durch den Einsatz verschiedener Kommunikationsmittel und weiterer Massnahmen (z.B. Schulungen) auf Dauer sichergestellt werden kann, dass die Kommunikation des Kantons über seine (nachhaltige) Politik nicht auf den Nachhaltigkeitsbericht beschränkt bleibt
Als Grundlage für die nachhaltige Kommunikation allgemein, den Nachhaltigkeitsbericht im besonderen müssen Indikatoren entwickelt werden, mit deren Hilfe die Nachhaltigkeit bestimmter Prozesse und Entwicklungen klar bestimmt werden (und über deren Veränderungen dann im Bericht Rechenschaft abgelegt werden) kann.
Des weiteren enthält das Gutachten konkrete Vorschläge für den Berichtszyklus, die Einbidnug verschiedener Medien und die Ausgestaltung des Kommunikationskonzepts

Auswirkungen

Aus dem Projekt resultierte die Entwicklung einer integrierten Kommunikationsstrategie, mit der der Kanton seine Nachhaltigkeitsleistung transparent und kontinuierlich gegenüber der Öffentlichkeit kommunizieren kann.